Was bedeutet „Wannabe“ im Rollstuhl-Kontext?
Der Begriff „Wannabe“ stammt aus dem Englischen und bedeutet sinngemäß „jemand, der etwas sein möchte“.
Im Zusammenhang mit Rollstuhlnutzung beschreibt er Personen, die den Wunsch haben, dauerhaft als Rollstuhlnutzer zu leben – obwohl aus medizinischer Sicht keine körperliche Notwendigkeit besteht.
Der Begriff ist keine medizinische Diagnose, sondern eine beschreibende Bezeichnung, die innerhalb bestimmter Communities verwendet wird.
Diese Seite soll erklären, was damit gemeint ist – sachlich, ruhig und ohne Bewertung.
Der Wunsch nach Rollstuhlnutzung
Menschen, die sich selbst als Wannabes bezeichnen, berichten häufig von:
- einem langjährigen Wunsch, im Rollstuhl zu leben
- dem Gefühl, dass dies besser zur eigenen Identität passt
- einer inneren Auseinandersetzung mit diesem Wunsch
- teilweise starkem emotionalem Druck
Dabei geht es nicht um eine kurzfristige Idee oder eine spontane Entscheidung, sondern oft um ein über Jahre bestehendes Empfinden.
Für Außenstehende kann das schwer nachvollziehbar sein.
Für die betroffene Person ist es jedoch meist ein ernst gemeintes und tief empfundenes Thema.
Abgrenzung zu Pretender und BID
Im Umfeld der Rollstuhlnutzung tauchen mehrere Begriffe auf, die unterschieden werden sollten:
- Pretender – bewusste Darstellung einer Rollstuhlnutzung
- Body Integrity Dysphoria (BID) – psychologisch diagnostizierbares Störungsbild mit Identitätskonflikt
- Wannabe – der Wunsch, dauerhaft als Rollstuhlnutzer zu leben
Nicht jeder Wannabe hat eine diagnostizierte BID.
Und nicht jede Person mit BID bezeichnet sich als Wannabe.
Die Übergänge können individuell unterschiedlich sein.
Deshalb ist eine vorsichtige und differenzierte Betrachtung wichtig.
Psychische Aspekte und Einordnung
Nach meinem persönlichen Verständnis handelt es sich beim ausgeprägten, dauerhaft bestehenden Wunsch nach Behinderung um eine psychische Thematik.
Und psychische Erkrankungen oder psychische Besonderheiten haben – genau wie körperliche – ihre Daseinsberechtigung.
Wenn ein Mensch unter seinem inneren Konflikt leidet, ist das ernst zu nehmen.
Auch wenn es von außen nicht sichtbar ist.
Es geht nicht darum, etwas zu bewerten.
Es geht darum, zu verstehen, dass Identität und Körperwahrnehmung komplexe Themen sein können.
Herausforderungen im Alltag
Im Alltag kann das Thema Wannabe für alle Beteiligten sensibel sein.
Fragen, die häufig entstehen:
- Wie offen geht man mit diesem Wunsch um?
- Wie wird Hilfsbereitschaft wahrgenommen?
- Wie reagiert das Umfeld?
Hier ist besonders wichtig:
- Ehrlichkeit im Umgangrespektvoller Austausch
- klare Kommunikation
- keine Ausnutzung von Unterstützung
Solange niemand bewusst getäuscht oder geschädigt wird, ist ein sachlicher Umgang möglich.
Meine Haltung zu diesem Thema
Ich persönlich begegne auch Wannabes offen.
Für mich gilt:
- Jeder Mensch darf empfinden, was er empfindet.Ehrlichkeit ist die Grundlage jeder Begegnung.
- Psychische Themen verdienen Respekt.
Schwierig wird es nur dann, wenn:
- Unbeteiligte ohne ihr Wissen einbezogen werden
- Hilfsbereitschaft ausgenutzt wird
absichtlich falsche Informationen verbreitet werden
Transparenz macht vieles einfacher.
Warum dieses Thema hier angesprochen wird
Menschen, die neu im Rollstuhl sind, stoßen früher oder später auf diese Begriffe.
Ohne Einordnung entstehen schnell Missverständnisse oder Unsicherheiten.
Diese Seite soll:
- informierensachlich erklären
- einordnen
- zu einem respektvollen Umgang beitragen
Nicht mehr – aber auch nicht weniger.
Wissen schafft Klarheit.
Und Klarheit reduziert Unsicherheit.
Abschließende Gedanken
Das Thema Wannabes berührt Identität, Selbstbild und psychische Gesundheit.
Ob man selbst betroffen ist oder nicht – ein respektvoller Umgang sollte immer möglich sein.
Solange Grenzen gewahrt bleiben und ehrlich kommuniziert wird, kann ein offener Austausch entstehen.